"Warum machen wir nicht mehr aus unserer Stadt", fragte Dirk Kleeschulte demonstrativ in die Runde der 50 Anwesenden und forderte ein "Chacka-Erlebnis".
Bevor der Inhaber der Agentur Projekt-Partner diesen Begriff inhaltlich ausführte, bekamen die zahlreicher als sonst erschienenen Einzelhändler und Gewerbetreibenden die finanzielle Bilanz des Verkehrsvereins der Stadt Büren zu hören.
Die verschiedenen Feste und Veranstaltungen kosteten 2010 rund 2.000 Euro mehr als der Verein an Einnahmen erzielte. Dazu zählte aber auch eine neue Internetseite für 1.000 Euro. Bürener Frühling, Stadtfest und Oktobermarkt schlossen jeweils mit ein paar hundert Euro plus aber. Oktobermahl, Kartoffelmarkt und Nikolausmarkt kosteten den Verein insgesamt gut 5.000 Euro. Ende letzten Jahres war der Kassenbestand von 11.000 auf 9.000 Euro gesunken.
"Wir müssen entweder die Einnahmen erhöhen oder die Kosten senken", nannte Schatzmeister Mark Feindt den Mitgliedern zwei Alternativen - allerdings ohne konkrete Vorschläge: "Wo und wie weiß ich noch nicht." Da kam ein Antrag von Oscar von Bohuszewicz wenig passend, den Hüttenbetreibern auf dem Nikolausmarkt das Standgeld in Höhe von 40 oder 60 Euro möglichst zu erlassen. Er fand keine Mehrheit. André Bogumil schlug vor, ehrenamtlichen Standbetreibern mit Hilfe von Sponsoren die Standgebühr abzunehmen. Generell möchte der Unternehmer für Dachsanierungen gern die Handwerksbetriebe stärker mit der Innenstadt verknüpfen.
Vor den Neuwahlen wurde der Vize-Vorsitzende Jürgen Gausmann (Brenken) nach 15 Jahren Vorstandstätigkeiten mit "standing ovations" verabschiedet. "Fast kein Tag ohne ein Telefonat für den Verkehrsverein", würdigte die Vorsitzende Conny Kriener das Engagement ihres Stellvertreters. Als Nachfolger wurde Marcel Reinecke gewählt. Der 33-Jährige ist Geschäftsführer der "Bürener Dienstleistungen" (20 Angestellte) und leitet hier den Bereich Sicherheitstechnik. "Ich habe den Draht zu Büren", versicherte der Ahdener.
Unter Verschiedenes schließlich rüttelte Dirk Kleeschulte die Gewerbetreibenden wach, Büren besser zu verkaufen und natürlich mehr gemeinsame Erlebnisse auf die Beine zu stellen. Erster Ansatzpunkt soll der Oktobermarkt werden. Eine Kirmes vielleicht auch auf der früheren Internatsfläche, ein historischer Markt im Binnenhof des Jesuitenkollegs und Live-Bands in den Gaststätten waren erste Stichworte.
Kleeschulte und Michael Kubat, der im Rathaus die Arbeit des Verkehrsvereins unterstützen wird, wollen bis Mitte Februar einen Lenkungsausschuss und kleinere Organisationsgruppen für verschiedene Themenbereiche ins Leben rufen. Mehrere Mitglieder gaben dafür schon ihre Zusagen.
3.000 Einkaufsgutscheine haben die Einzelhändler im Bürener Verkehrsverein im vergangenen Jahr unter die Leute gebracht - so viele wie noch nie. Sie machen einen Kaufkraft-Betrag von zusammen rund 47.000 Euro aus. Schatzmeister Mark Feindt nannte bei der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins die Spitzenreiter unter den Beteiligten: 1. Schlüter-Eickel Moden (200 Gutscheine), 2. Roolf (186), 3. Mann & Mode (143), 4. Compass (115) und 5. Schütte Moden (81). "Die Branche ist ziemlich die gleiche", ordnete Feindt das Gutschein-Geschäft ein.